Archiv für Juli 2013

[AKTIONEN] Choreo beim NFV-Pokalspiel TUS Celle vs. TSV Havelse

Aktion-TUS-Havelse1

Nach der endlos scheinenden Sommerpause sollte es endlich wieder losgehen. Nachdem die „Auslosung“ bzw. Zuteilung der ersten Runde des NFV-Pokals bekannt war, musste nicht lange darüber nachgedacht werden, dass wir dort eine Aktion machen müssen, gerade weil wir ja mit dem TSV Havelse einen Gegner erwarteten, der ebenfalls über eine kleine Fanszene verfügt und die sich zudem auch in der Kampagne engagiert. Schnell war klar, dass es eine Gemeinschaftsaktion geben soll und man einigte sich darauf die Aufgaben aufzuteilen. Leider hielt man sich auf Havelser Seite nicht ganz an die Absprachen und konnte seinen Teil daher auch nur unbefriedigend erledigen. Eigentlich sollte es zu den Spruchbändern noch mehrere große Pappen mit durchgestrichenem Fernseher geben, die dann allerdings so winzig ausfielen, dass sich zumindest wir uns dafür entschieden darauf zu verzichten. Schade, denn das hätte das Bild noch abgerundet. ;-)

Aktion-TUS-Havelse2

Trotzdem war es eine durchaus gelungene Aktion, die hoffentlich viele Nachahmer finden wird.

[tobi (celler szene)]

[PRESSE] Göttinger Tageblatt

LOGO GT
„Glotze aus, Stadion an!“
05-Fans starten Initiative zur Stärkung des Amateurfußballs

Amateurfußball braucht Fans – das fordern die Anhänger des 1. SC Göttingen 05 und anderer Klubs. Die 05-Fans haben deshalb die Aktion „Glotze aus, Stadion an!“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Fußballinteressierte von Fußballübertragungen im Pay-TV weg ins Stadion zu locken.

Göttingen. Entwickelt wurde die Initiative von der Supporters Crew 05 des 1. SC Göttingen 05, angeschlossen haben sich Fans von Traditionsvereinen wie Arminia Hannover, Altona 93 oder KFC Uerdingen 05.

Das Projekt soll einen Prozess in Gang setzen,… […]

> Den gesamten Artikel lesen

[3 FRAGEN] an «neunzehn03» vom FK 03 Pirmasens

Das nächste Ziel unserer Reihe «3 FRAGEN» ist «neunzehn03». Ein von zwei Fangruppen gestalteter Blog des Traditionsclubs FK 03 Pirmasens, einem Oberligaverein, wie er eigentlich besser gar nicht in die Initiative GLOTZE AUS, STADION AN! passen könnte.

Logo-Pirmasens

Marius, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum 110jährigen Bestehen Eures Clubs! Sagt man eigentlich wirklich „die Klub“, oder ist das für Euch nur noch eine nostalgische Floskel?

Zunächst einmal vielen Dank für die Glückwünsche. Unser Verein kann in seiner langjährigen Geschichte auf viele Höhen und Tiefen zurückblicken. So zählte der FK 03 Pirmasens lange zu den Aushängeschildern des südwestdeutschen Fußballs, wurde jedoch bei der Bundesliga-Gründung im Jahr 1963 auf Grund der Zwölf-Jahres-Wertung nicht berücksichtigt. Drei Jahre zuvor erreichte man das DFB-Pokal-Halbfinale und auch als Zweitligist sorgte man in den 70ern mit der Teilnahme an mehreren Aufstiegsrunden für Furore.

In der Folge kam der langsame Abstieg unseres Traditionsvereins in Gang, welcher 1993 in der Landesliga endete. Nach zwei kurzen Gastspielen in der zweigleisigen Regionalliga, zuletzt im Jahr 2007, findet man sich seitdem in der fünftklassigen Oberliga wieder.

Die Bezeichnung „die Klub“ leitet sich von unserem Vereinsnamen „Fußballklub“ ab, welcher in Deutschland mit Sicherheit eine weitere Besonderheit darstellt, da diese Schreibweise nicht (mehr) häufig zu finden ist. „Die Klub“ basiert auf dem Pfälzer Dialekt und ist daher in unserer Region noch sehr gebräuchlich. Der Ausspruch findet sich auch im zwischenzeitlich überarbeiteten Vereinswappen wieder. Und so stellt sich unter der Woche bei den einheimischen Fußballfans, egal ob Jung oder Alt, bereits die Frage: „Wo spielt‘n ‚die Klub‘ om Somschda?“.

Wie hat sich in den letzten Jahren die Zuschauersituation auf der Husterhöhe entwickelt? Kann man so nah am Proficlub und einstigen „Erzfeind“ 1. FC Kaiserslautern noch Bürger mit Oberligafußball erreichen?

Zugegeben, der 1. FC Kaiserslautern ist in der Pfalz die unangefochtene Nummer 1. Weitere höherklassige Vereine spielen im benachbarten Saarland, Rheinhessen oder in Baden. Zu unserem Leidwesen pilgern auch Fußballinteressierte aus der Südwestpfalz auf den Betzenberg. Nichts desto trotz erreichte unser FKP beim letzten Gastspiel in der Regionalliga einen Zuschauerschnitt von 2.200.

Auch in den ersten Jahren nach dem sofortigen Abstieg in die Oberliga konnte sich die Zuschauerzahl auf dem „Klubplatz“ noch sehen lassen. Grund hierfür war, dass in der Spielklasse zum Einen noch viele weitere Traditionsklubs spielten, die mittlerweile die Liga jedoch alle nach oben verlassen haben und zum Anderen der Aufstieg 2006 bei den Pirmasenser Anhängern hohe Erwartungen und Hoffnungen an die Glanzzeiten der früheren Jahre anzuschließen weckte. Verstärkt wurde dies auch durch den Umzug in ein neues, zweitliga-taugliches Stadion, welches gemeinsam mit unserer erfolgreichen Jugendarbeit beste Voraussetzungen hierfür bat und auch heute noch für eine höhere Ligazugehörigkeit bietet.

Mittlerweile haben sich die Zuschauerzahlen aber an die Realität des Amateurfußballs „angepasst“. So spielte man gegen Ende der sportlich schwachen letzten Saison teilweise nur noch vor einem Stammpublikum von mageren 300 Fans, die sich im 10.000 Zuschauer fassenden Sportpark verlieren.

Nicht selten hört man in Pirmasens auch das Argument, dass man sich für nur wenige Euro mehr anstelle des Oberliga-Gekicke auch Zweitliga-Fußball im vierzig Kilometer entfernten Kaiserslautern anschauen könne.

Erzähl mal, wie Ihr vor Ort arbeitet und was Ihr Euch von der Initiative erhofft!

Aufgrund der momentan tristen sportlichen Situation und der Tatsache, dass Pirmasens mit 40.000 Einwohnern eine eher kleinere Stadt ist, sind auch unsere Strukturen dementsprechend. Der ebenfalls kleine aktive Kern versucht dennoch, aus der schwierigen Situation das Beste zu machen.

Neben dem Support unserer Mannschaft an Spieltagen, zählt – wie in anderen Gruppen auch – das Malen von Fahnen, Planen von Choreographien und die Organisation von Auswärtsfahrten für alle Anhänger des Vereins zu unserem Alltag. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist auch der unabhängige Fanblog „neunzehn03“, welcher über das Geschehen beim FK 03 Pirmasens in Bild und Text berichtet.

In der letzten Spielzeit starteten wir zudem die Spendenaktion „Klubfarben bekennen!“, welche zum Ziel hat, unser neutral anmutendes städtisches Stadion in eine „echte“ Heimspielstätte für unsere „Klub“ werden zu lassen. Des Weiteren haben auch einige Personen aus unserem Kreis ehrenamtliche Funktionen im Verein übernommen, wie beispielsweise das Amt des Fanbeauftragten und das Gestalten von Fanartikeln.

Von der Teilnahme an der Initiative erwarten wir uns zunächst einen Austausch mit anderen Fangruppen über die Probleme im Amateurfußball und wie man gegen die schwachen Zuschauerzahlen und die fehlende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit vorgehen kann.

Vor Ort möchten wir die Problematik zum Thema machen und dazu bewegen, wieder vermehrt das Stadion zu besuchen und den lokalen Fußballklub zu unterstützen. Dies soll durch Information und Aktionen geschehen, welche wir für den Beginn der neuen Saison planen.

[(?) dm (Supporters Crew 05 e.V.) | (!) marius (neunzehn03)]

Flagge zeigen beim Pokal!

dfb-pokal
Ein paar Vereine, deren Supporter bereits die Initiative unterstützen, haben das Glück in der ersten Runde des DFB-Pokals zu stehen. Eine bessere Gelegenheit, GLOTZE AUS, STADION AN! medial wirksam zu präsentieren, gibt es für niedrigligige Kurven derzeit kaum.
Liebe Pokalteilnehmer, wie immer lautet das Motto: „Alles kann, nichts muss“, aber denkt mal darüber nach, ob Ihr den Fernsehzuschauern und den Verbänden in diesem Rahmen eine kleine Botschaft schicken wollt!

[dm (Supporters Crew 05 e.V.)]

[3 FRAGEN] an «Fraktion H» des BFC Dynamo

Wir bleiben im Osten Deutschlands und wollen die kleine Interviewreihe «3 FRAGEN» mit der Fangruppe «Fraktion H» des Oberligisten BFC Dynamo fortsetzen.

Logo-BFCDynamo

Gismo, der BFC Dynamo und seine Fans werden auf antifaschistischen Plattformen oft in Verbindung mit rechtsextremen Gruppen gebracht. Kann sich die «Fraktion H» einer Initiative anschließen, die sich offen gegen Rassismus, Homophobie und rechtes Gedankengut im Stadion stellt?

Wir vertreten die Ansicht, dass jede Art von Extremismus nicht ins Stadion gehört! Dabei ist es egal, ob sie von rechts oder links kommt. Somit können wir als Fraktion H die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber Fußball ist eben Fußball und Politik ist Politik. Es gab bei unserem Verein, dem BFC Dynamo, früher sicherlich Erscheinungen von Rechtsaußen. Dies war aber bestimmt kein Phänomen, das es nur beim BFC und in der Hauptstadt gab. Dennoch galt für viele häufig der einfache Grundsatz: Erlaubt ist, was provoziert. Doch die Zeiten ändern sich auch und man lernt auch dazu. Warum wir als Gruppe hin und wieder mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht werden, können wir uns nicht wirklich erklären. Wir haben nie einen Anlass zu solchen falschen Vermutungen gegeben. Bestimmt macht man es sich bei diesem Thema wieder sehr einfach und behauptet solche Dinge, weil wir leidenschaftliche Fans des BFC Dynamo sind.

Bereits die DDR-Geschichte des BFC Dynamo als vermeintlicher «Stasi-Club» hinterlässt nicht zwingend einen guten Eindruck. Macht es überhaupt Spaß einen Club mit dieser «Altlast» zu supporten?

Ja! Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, wie er zum BFC gekommen ist. Viele haben an die DDR keine Erinnerungen mehr oder sind zum Teil schon in der wiedervereinigten BRD geboren. Trotzdem gehen alle zum BFC. Die „Altlast“, wie Ihr sie nennt, merkt dennoch jeder von uns. Egal wo wir hinkommen, keiner kann uns leiden. Das macht das Fan-Leben nicht immer einfach, weil dir jeder versucht Steine in den Weg zu legen und unseren Verein am liebsten am Boden liegen sehen möchte. Das schweißt aber auch zusammen. Man ist auch Stolz auf die Erfolge des BFC in der Vergangenheit. Es wird zwar immer geschrieben, dass alle Spiele verschoben gewesen wären, aber das stimmt so einfach nicht! Egal auf welchem Weg sie nach Berlin gekommen sind, der BFC Dynamo hatte nunmal die besten Spieler und das auch dank seiner hervorragenden Jugendarbeit. Diese spielt bis heute eine sehr große Rolle im Verein und muss es auch in Zukunft noch mehr spielen.

Berlin beherbergt drei Profivereine und zahlreiche Clubs in den unteren Ligen. Wie sieht da der Stadionalltag beim Amateurclub BFC Dynamo aus und was erhofft Ihr Euch von der Initiative?

Drei Profivereine? Noch nie von denen gehört. ;-) Der Stadionalltag sieht manchmal etwas trist aus. Zu den normalen Punktspielen kommen in der Regel leider nur noch 800 Fans. Läuft es in der Liga gut und die Mannschaft spielt oben mit, steht der BFC im Berliner Pokalfinale oder darf sogar im DFB-Pokal mitspielen kommen auch mal 2.000 bis 10.000 Zuschauer. Das macht den Alltag sicherlich nicht einfach. Bei normalen Punktspielen sind im Schnitt, sagen wir mal, 890 Zuschauer im Stadion und vorm Live-Ticker im Internet sind noch mal 700 online dabei. Wir erhoffen uns von der Initiative wieder etwas mehr Leute ins Stadion zu locken und sie davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, das Spiel in geselliger Atmosphäre zu schauen. Ihr habt aber auch die vielen anderen Amateurclubs angesprochen: Auch für die würden wir uns wünschen, dass die lokalen Anwohner dort wieder öfter vorbeischauen. Die meisten von uns verfolgen beispielsweise immer noch Ihren Jugendverein oder schauen auch bei den Vereinen vorbei, wo Fanclubmitglieder nebenbei noch selber gegen den Ball treten. Beim Großteil der Amateurclubs ist es doch immer das gleiche: Bis auf ein paar Enthusiasten ist kaum noch einer da. Die Leute schauen halt lieber überregionalen Fußball im Fernsehen oder in der Kneipe. Eine komische Situation ergibt sich auch dann, wenn im Vereinsheim eines Clubs Sky läuft und mehr drinnen Bundesliga schauen, als draußen den lokalen Verein.

[(?) dm (Supporters Crew 05 e.V.) | (!) gismo (Fraktion H)]