Archiv für Juli 2013

GaSa! im Urlaubsmodus

Die Sommerpause ermöglicht auch uns ein wenig Groundhopping ans Meer.

Vom 11.-30.07. sind wir daher zwar immer noch erreichbar für Presseanfragen und dringend benötigte farbige Logos (wenn sie nicht schon im MITMACHEN-Bereich vorliegen), der Aktionismus im BLOG lässt allerdings deutlich nach. Natürlich sollt Ihr uns weiterhin mitteilen, wenn Ihr die Initiative unterstützen wollt. Wir werden Euren Link auch in Vertretung einpflegen. WICHTIG: Ihr müsst an gasa@lafamilia05.de schreiben, sonst funktioniert die Umleitung zur Vertretung nicht.

Wir haben an die bisherigen KontakterInnen der Initiative heute einen Fragebogen rausgeschickt, um mal ein wenig zu sondieren, wie es denn bei den Clubs und Fangruppen vor Ort aussieht und in welchen Problemstellungen man gemeinsame Nenner erkennen kann. Schließlich soll die Initiative nicht nur uns selber in Bewegung bringen, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung und mittelfristig die Verbände.

Ich verbleibe erst einmal mit solidarischen Grüßen und wünsche Euch, idealerweise, einen schönen Urlaub, aber zumindest einige erholsame Tage!

[dm (Supporters Crew 05 e.V.)]

[3 FRAGEN] an die «Intergalactic Jesters» des Dresdner SC 1898

Der zweite Teil unserer kleinen Interviewreihe führt uns in den Osten Deutschlands, und dort zu einer Supportergruppe des Bezirksligaclubs Dresdner SC 1998; den «Intergalactic Jesters».

DresdnerSC-Minilogo

Roy, denkt man als fußballafiner Mensch an Dresden, wird alles vom großen «Dynamo» übertönt. Keine Ligawoche, in der nicht über «den» Club der Stadt geschrieben wird. Wie fühlt es sich denn an, im Schallschatten dieses Getöses?

Wichtig ist doch zuallererst der eigene Club. Zwar dominiert Dynamo die Medien und die sächsische Fußballlandschaft, was es schwierig macht, sich dem ganzen Trubel zu entziehen. Dagegen freuen wir uns umso mehr über jedes bisschen Aufmerksamkeit zum Beispiel in einer überregionalen Fachzeitschrift, wie zum Beispiel bei [11Freunde] oder als Arnd Zeigler in seiner [Wunderbaren Welt des Fussballs] die von Links mit Links direkt verwandelte Ecke von Tino Wecker würdigte.

Dafür gibt es bei uns keine Warteschlangen an den Stadiontoren, die Eintrittspreise sind erschwinglich und das Programmheft wird von Fans für Fans gestaltet. Im Stadion läuft Musik, die man sich noch anhören kann. Es gibt keine nervigen Sponsoren-Jingles und Halbzeitshows mit Gewinnspielen. Das leckere Grillgut und Bier wird noch mit „echtem“ Geld bezahlt und auf dem Rasen stehen Fußballer, die zum einen keinen Cent verdienen und sich andererseits an echten Emotionen auf den Rängen erfreuen. Ich möchte das nicht wirklich eintauschen – über ein paar Zuschauer mehr, würden wir uns aber sicher freuen.

Die Wenigsten wissen, dass der Dresdner SC zweimal deutscher Meister war, allerdings zu Zeiten des Dritten Reichs, während des 2. Weltkriegs. In der DDR existierte der Club gar nicht mehr und wurde erst nach der Wende wieder zusammen gepuzzelt. Wie gehen die Supporter mit der Geschichte des Vereins um?

Der Verein wurde ja bereits im Jahre 1898 gegründet. Ich finde es daher sehr Schade, dass der Club oft nur auf seine zwei Meisterschaften und Pokalsiege „reduziert“ wird. Neben Fußball gab es schon zu Beginn viele weitere Sportarten wie Leichtathletik, Hockey, Fechten und Handball. Aktuell sind unsere Volleyballerinnen das Aushängeschild, welche in der Bundesliga und Champions League spielen und nicht nur Deutscher Meister sondern auch Europapokalsieger wurden. Mit über 3700 Mitgliedern ist der DSC einer der wichtigsten Sportvereine in Sachsen.

Aber vor allem die jüngste Generation Fans setzt sich durchaus intensiv und kritisch mit der eigenen Geschichte auseinander. Seit knapp einem Jahr gibt es ein „eigenes“ privates Museum. Auf der Seite [Sportmuseum Friedrichstadt] soll die Geschichte intensiver beleuchtet und aufgearbeitet werden. Da dieses Projekt ehrenamtlich betreut wird, ist derzeit an eine vollständige Aufarbeitung nicht zu denken. In den kommenden Jahren sollen aber auch die Räume der Geschäftsstelle entsprechend gestaltet werden. Vor allem für die Zeit des Nationalsozialismus besteht ein großer Bedarf an Aufarbeitung.

Noch ein wenig zur Geschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte man unter dem Namen SG Friedrichstadt, welche 1950 nach dem „Skandalspiel“ gegen Horch Zwickau aufgelöst wurde. Unser DSC-Stadion wurde dennoch weiter genutzt. Und zwar vom SC Einheit Dresden. Bei welchem sich viele Gemeinsamkeiten mit dem DSC finden lassen. Der SC Einheit war SPORTCLUB, die Vereinsfarben dem DSC ähnlich und er knüpfte natürlich mit der Spielstätte an die DSC-Geschichte an. Außerdem war der SCE die erste Dekade der noch jungen DDR die Nummer Eins in Fußball-Dresden (erstklassig bis 1962) und brachte gute Fußballer hervor, bspw. Eduard Geyer. Wobei der Höhepunkt natürlich der FDGB-Pokalsieg 1958 war. Es ist nur logisch, dass aus dem SC Einheit und der 1966 ausgegliederten Fußballabteilung im Jahr 1990 wieder der Dresdner SC wurde. Mit Schwung arbeitete dieser sich von der Bezirksliga bis in die dritte Liga hoch. Das Hochwasser 2002 und die angespannte finanzielle Situation sorgten für den Absturz und schlussendlich für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Seit 2007 wurden die Fußballer wieder in den Gesamtverein aufgenommen.

Wie sieht Euer Alltag als Fans eines Bezirksligisten aus und wie wollt Ihr die Initiative für Euch nutzen?

Es gibt immer wieder Anläufe die Organisation innerhalb der Fanszene zu Institutionalisieren. Doch für feste Strukturen ist unsere Fanszene zu hippiesk und bisher scheiterten alle Vorhaben. Wir haben ein paar kleine Fanclubs, deren personelle Zusammensetzung fließend ineinander über geht und es keine festen Grenzen gibt. Zu Spieltagen treffen wir uns in unserem Block und wenn die Lust danach steht, wird supportet. Ab und an auch Fahnen geschwenkt. Manchmal kommt es auch vor, dass wir fast die kompletten 90 Minuten schweigen, dementgegen gleicht unser Support hin und wieder dem bekannten Ultra-LaLa-Dauergesang. Wobei wir uns dezidiert nicht als Ultras begreifen. Gewalt oder Fahnen- und Schalklau hat bei uns nichts zu suchen. Unser Alltag gestaltet sich über die Basics wie das gemeinsame Fahnen malen, Grillen und Auswärtsfahrten organisieren. Darüber hinaus tragen wir in diesem Jahr zum zweiten Mal unseren [“Kick-Racism“-Cup] in Erinnerung an Marwa El-Sherbini aus, welche im Jahr 2009 im Dresdner Landgericht aus islam- und fremdenfeindlichen Motiven ermordet wurde. Des Weiteren gibt es seit über einem Jahr eine aktive Freizeitgruppe, welche als „SG Friedrichstadt“ an unterschiedlichen Turnieren teilnimmt. Das „DSC FanTV“ und „DSC-Webradio“, welches von Fans für Fans „produziert“ wird, ist fester Bestandteil des Vereins. Mit Hilfe der Initiative wollen wir weitere Mitstreiter für den DSC gewinnen, welche sich eventuell auch irgendwann Ehrenamtlich für den Verein engagieren.

[(?) dm (Supporters Crew 05 e.V.) | (!) roy (Intergalactic Jesters)]

[PRESSE] thueringer-fussball.de

Logo thüringer fu�ball
Glotze aus, Stadion an!
Kampagne will Amateurfußball stärken – Live ist es nur im Stadion.

Der Fußball in Deutschland boomt nicht erst seit dem Champions-League Finale in London. Die Zuschauerzahlen in den deutschen Stadien der ersten und zweiten Liga halten jedem internationalen Vergleich stand. Doch die Situation in den Amateurligen ist eine völlig andere. Abseits des Profifußball‘s leiden Stadien und Vereine unter Zuschauerknappheit. Einstmals traditionelle Kurven sind gähnend leer und Vereine die früher einmal mehr waren, als nur ein nostalgischer Name, müssen in der Konkurrenz mit Pay-TV-Zuschauern um jeden Stadiongast kämpfen.

Mit der Initiative „GLOTZE AUS, STADION AN!“ rufen verschiedene Fangruppierungen…[…]

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[PRESSE] Cellesche Zeitung

Cellesche Zeitung
Initiative für mehr Zuschauer in der Oberliga

Nach einer ausgesprochen ernüchternden Saison in der Oberliga wollen die Fans des TuS Celle FC etwas verändern. Sie haben sich der bundesweiten Initiative „Glotze aus, Stadion an“ angeschlossen, durch die mehr Zuschauer in die Stadien des Amateurfußballs kommen sollen.

CELLE. Als der TuS Celle FC die abgelaufene Oberliga-Saison mit einem Heimspiel gegen die Drittligareserve des VfL Osnabrück beendete, interessierte das gerade einmal 154 zahlende Zuschauer. „Es macht einfach keinen Spaß, wenn in dieses schöne Stadion nur so wenig Besucher kommen“, sagt Mathias Nolden aus der aktiven Fanszene des Vereins, „durch Choreografien und Fangesänge können wir die Stimmung nur begrenzt anheizen.“…[…]

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[3 FRAGEN] an die Supporter von Altona 93

Die Initiatoren der Fans von Göttingen 05 haben sich inzwischen oft genug zu Wort gemeldet und wollen jetzt einmal den Spieß umdrehen, um in der Kurzinterviewreihe 3 FRAGEN mit den Vertretern der beteiligten Fangruppen über „ihr Ding“ zu sprechen. In akribisch alphabetischer Reihenfolge…

Wir beginnen mit den Supportern des Hamburger Oberligaclubs Altona 93.

Gasa-Altona

Jan, böse Zungen behaupten ja, dass die Kurve von Altona 93 nur ein Sammelbecken von frustrierten St. Pauli-Fans wäre. Wieviel eigene Identität hat die Fanszene des „Stadtteilclubs“?

Zunächst einmal hat der Verein selbst eine spannende, eigene Identität, die auch auf der Tradition beruht. Altona 93 hat den norddeutschen und deutschen Fußball mitgeprägt als St.Pauli noch ein Turnverein und der HSV noch nicht fusioniert war. Außerdem gibt es nicht „die Kurve von Altona“, sondern eher drei – eigentlich sechs – verschiedene Blöcke auf drei Seiten des Stadions, die recht unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und Supporten haben. Uns eint allerdings die Liebe zum Fußball und die Grundüberzeugung, dass Diskriminierungen zu verurteilen sind. Zudem haben sich in den letzten Jahren viele eigene Traditionen, ein eigener Humor und Gesänge entwickelt, so dass auch die Fanszene ganz sicher eine eigene Identität hat.
Du fragst nach den St.Paulianer_innen. Ja, die gibt es bei uns. Sie dominieren aber bei Weitem nicht das Bild. Genau so wenig, wie die HSVer_innen, zu denen ich gehör(t)e und die vielen, vielen Anderen von weiteren Vereinen. Alle der oben genannten Blöcke sind diesbezüglich bunt gemischt und die „Herkunft“ ist bei Altona kein großes Thema.

Kann in Hamburg, wo Volkspark und Millerntor fußballbegeisterte Bürger in Scharen abziehen, die Adolf-Jäger-Kampfbahn überhaupt ein solides Stammpublikum generieren?

Das ist natürlich eine Gratwanderung. Viele von uns kommen so gern, da es beim AFC gemütlich ist und trotzdem ein Fußball geboten wird, der hin und wieder taktische Finessen und individuelle Klasse erkennen lässt. Und da wir relativ wenige sind, sind wir quasi gezwungen, uns diese Gemütlichkeit selbst einzurichten. So legen zwei von uns vor und nach den Spielen Platten auf, andere Kochen Marmelade und Likör aus den Brombeeren im Stadion, engagieren sich in der Fanabteilung des Vereins, organisieren den „Cup der Angst“, entwickeln DIY-Merch, dichten Songs, basteln am Stadion oder schreiben
fürs Fanzine. Das gefällt vielen Gästen und nicht wenige kommen wieder und bleiben. Doch müssen die natürlich eingebunden werden, um die Gemütlichkeit für alle zu erhalten.

Wie macht Ihr Fans von Altona 93 in der Stadt auf Euch aufmerksam und wie wollt Ihr die Initiative nutzen?

Wir haben bei uns in der Fanszene außer einem gemeinsamen Forum und die Fanabteilung kaum Strukturen. Das wirkt auf viele andere Gruppen meist befremdlich. Es ist auch hinderlich, wenn es um konkrete Organisation oder schnelle Absprachen geht. Doch es liegt ebenso ein großes, kreatives Potential darin, dass immer aus unterschiedlichen Ecken neue Aktionen auftauchen. So wurden in kürzester Zeit Flugblätter für die Initiative gestaltet, andere hatten Ideen für Zaunfahnen und Kleber – und Ihr habt einen Artikel fürs Fanzine beigesteuert. Lassen wir uns überraschen, wie die Saison losgeht…

[(?) dm (Supporters Crew 05 e.V.) | (!) jan (All to nah)]