[3 FRAGEN] an „Upperclass“ des Goslarer SC 08

Im Herzen Deutschlands, in den pitoresken Ausläufern des Harzes, liegt die Stadt Goslar, zu deren Regionalligaclub Goslarer SC 08 uns dieses Mal unsere kleine Interviewreihe führt.

goslarminilogo

Benny, für Euch ist der Bundesligaaufstieg von Eintracht Braunschweig sicher ein Fluch. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei den Fußballfans vor Ort der SC nur die zweite Geige spielt. Wie hält es denn das Goslarer Bürgertum mit seinem Traditionsclub?

Sicher, der Aufstieg von Eintracht Braunschweig verstärkt das Ganze noch ein wenig, die Problematik dass die großen Clubs aus der Region uns die Zuschauer „stehlen“ gibt es aber schon länger. Wir haben ja gleich drei Erstligaclubs in der Region (Braunschweig, Hannover, Wolfsburg), wobei man sagen muss, dass vorallem Braunschweig für uns die größte Konkurrenz darstellt. Die meisten fußballbegeisterten Jugendlichen zieht es leider zu eben diesen Clubs, da sie dort bereits etablierte und vor allem große Fanszenen vorfinden, was für die meisten natürlich attraktiver ist, als im hiesigen „Dorfverein“ mühselig selbst Strukturen aufzubauen. Trotz der guten sportlichen Leistung unserer Mannschaft lässt die Resonanz aus der Bevölkerung leider zu wünschen übrig, was sich auch in den Zuschauerzahlen widerspiegelt. Zwar sind 800 Zuschauer wie beim Pokalspiel gegen den VfB Oldenburg nicht umbedingt wenig, vergleicht man es aber mit den Zuschauerzahlen zum Beispiel aus den 50er Jahren, wo teilweise über 9000 Menschen im Osterfeldstadion mitfieberten, fragt man sich schon, wieso das Interesse am GSC so stark nachgelassen hat. Vor allem die jungen Goslarer zieht es eben eher in die großen Stadien rings um Goslar und die Älteren eher vor den heimischen Fernseher.

Eure Gruppe „Upperclass Goslar“ hat sich erst 2012 gegründet. Was verbindet eine junge, ambitionierte Szene mit einem Regionalligisten und wie bringt Ihr Euch fankulturell in das Geschehen im Osterfeldstadion ein?

Unsere Gruppe und auch die Goslarer Fanszene an sich ist noch sehr jung und leider auch noch dementsprechend klein, was natürlich nicht immer einfach ist. Nichtsdestotrotz geben wir immer unser Bestes um die Mannschaft angemessen zu supporten, denn das, was die Jungs auf dem Spielfeld abliefern, ist fußballerisch wirklich hochkarätig und verdient unseren größten Respekt! Zwar ist es oftmals frustrierend wenn man kaum Zuwachs zu verzeichnen hat und auswärts auch mal nur mit 5 Leuten im riesigen Gästeblock steht, jedoch lassen wir uns davon nicht entmutigen.
Uns ist es wichtig unser Ding durchzuziehen, egal wie viele wir sind und egal ob andere uns belächeln. Mir persönlich ist es lieber etwas eigenes vor Ort aufzubauen und zu etablieren, auch wenn es frustrierend und langwierig ist, als mich einer großen auswärtigen Fanszene anzuschließen
und dort in der Masse unterzugehen.

Die Initiative GLOTZE AUS, STADION AN! funktioniert recht gut als dezentraler Zünder. Wie ist Eure Einschätzung? Kann sie auch die Kräfte von, bisweilen zu unterschiedlichen, Fanszenen bündeln?

Die Initiative ist als dezentraler Zünder auf jeden Fall ein sehr guter und längst überfälliger Anfang der Problematik der schwindenden Zuschauerzahlen bei den Amateurclubs entgegen zu wirken. In wie weit das Ganze allerdings wirklich etwas bewirkt, liegt denke ich daran, wie das Ganze vor Ort in den einzelnen Fanszenen weitergedacht und umgesetzt wird. Gemeinsam erreicht man bekanntlich immer mehr als alleine, daher ist der Austausch und die Vernetzung zwischen den betroffenen Fanszenen sicher begrüßenswert, denn letztendlich verfolgen wir doch alle das selbe Ziel, zumindest was diese Thematik betrifft. Was letztlich dabei raus kommt, wird sich zeigen. Wir sind jedenfalls zuversichtlich und haben schon weitere GASA-Aktionen in Planung, um vielleicht in Zukunft mal wieder regelmäßig die 1000er Marke im Stadion zu knacken. Wir werden sehen…

[(?) dm (Supporters Crew 05) | (!) benny (Upperclass Goslar)]

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