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Fans fordern: Sportplatz statt Fußball im TV
Von Sebastian Schlichting

Am Sonntag kommt der Lüneburger SK ins Göttinger Jahnstadion. Dirk Mederer von der Supporters Crew 05 weiß, was das heißt: Gästefans beim 1. SC Göttingen 05. Endlich einmal. Mederer rechnet mit vier, vielleicht fünf. Aber das sind vier bis fünf mehr als bei den meisten anderen Klubs in der Oberliga Niedersachsen. Eine handvoll Fans der Gastmannschaft als bemerkenswertes Ereignis – Mederer merkt selbst, dass das lustig klingt. Ist es aber eigentlich nicht.

Vor allem die letzte Saison war für die sehr aktive Göttinger Fanszene alles andere als lustig. Da mehrere Vereine während der Saison finanziell am Ende waren, gab es keine sportlichen Absteiger. Als Aufsteiger stand früh die zweite Mannschaft von Eintracht Braunschweig fest. Es ging für alle um nichts mehr. Auswärtsspiele wurden zum Teil abgesagt, da die Strafe geringer war als die Reisekosten. Die finanziellen Probleme machten die Saison zur Farce, es kamen noch weniger Zuschauer als sonst. Eine böse Entwicklung für eine Liga, die – wie die meisten Amateurklassen – ohnehin ein großes Wahrnehmungsproblem und nicht wenige Vereine mit Geldsorgen hat.

Die Göttinger waren frustriert und wollten ein Zeichen setzen. Dieses heißt eingängig „Glotze aus, Stadion an“ (GaSa) und hat in kurzer Zeit sehr viele Unterstützer gefunden, mehr als 35 Fangruppierungen von Amateurklubs sind dabei.

Zahlen ohne Plastikkarte

„Glotze aus, Stadion an“ soll daran erinnern, dass es eine Fußball-Welt jenseits des Profi-Bereichs gibt. In dieser ist man nah am Geschehen, bekommt eine Bratwurst zu zivilen Preisen, trinkt richtiges Bier und zahlt in bar, ganz ohne Plastikkarte. Diese Fußball-Welt gibt es überall, nur bekommt es kaum noch jemand mit. […]

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