[AKTIONEN] Vernetzungstreffen: Ein Resümee

Vernetzungstreffen

Wenn ein Projekt im Internet entsteht, fühlt es sich bisweilen größer an, als es in Wirklichkeit ist. Online wird halt gerne „geliked, geadded und gefollowed“, aber ob wirklich genug Energie in einer Sache steckt, zeigt sich dann wohl doch erst, wenn es darum geht sich auch einmal auf dieser Seite des Bildschirms zu treffen. Mit GASA ist es nicht anders. Wären da nicht die zahlreichen Aktionen der Gruppen vor Ort, wäre die Initiative sicher das letzte halbe Jahr nicht mehr als ein Lippenbekenntnis mit viel medialer Resonanz gewesen.

Bei einem recht spontanen Groundhopping-Wochenende im Oktober auf Hamburger Amateurplätzen, boten die GASA-Unterstützer von NordKaos (SC Victoria Hamburg) an, ein Vernetzungstreffen Ende Dezember im wunderschönen Stadion Hoheluft zu organisieren.

Bis zu Deadline hatten sich dann auch eine solide Zahl von 13 Fangruppen angemeldet, was ob des Termins (28.12.) schon einmal als Erfolg bezeichnet werden darf. Insgesamt gut 30 Vertreter folgender Fanszenen wurden dann vor Ort vorstellig:

1. SC Göttingen 05
Altona 93
BFC Dynamo
FC Bergedorf 85
Hamm United FC
HSV Barmbek-Uhlenhorst
SC Victoria Hamburg
Sport-Klub Wadenheim
SV Arminia Hannover
SV Eichede
SV Lippstadt 08
VfB Oldenburg
VfR Neumünster

Zugegebenermaßen trug die Mischung der Gruppen das Potential zur Reibung in sich. Erstens, weil fünf Hamburger Szenen mit bisweilen angeschlagenen Beziehungen, erstmals in dieser Konstellation aufeinander trafen. Zweitens, weil Fanszenen miteinander sprechen sollten, die sich wohl in Sachen „Kurvenpolitik“ ansonsten eher nicht wohl gesonnen sind. Es sei gleich vorweg gesagt: Das Treffen verlief im Zeichen allgemeiner Neugier auf „die da von Szene XYZ“ und erstaunlich offener Gespräche, gänzlich konfliktfrei. Das war nicht selten auch amüsant und hier und da erhellender, als man es sich anfänglich vorstellen konnte.

Die Organisatoren von NordKaos hatten nicht nur für kulinarische Verpflegung gesorgt, sie hatten die Veranstaltung auch in ein straffes Korsett aus Moderation und Gruppenarbeit gepackt. Eine richtige Entscheidung, denn die sieben Stunden, die wir zur Verfügung hatten, sollten produktiv genutzt werden und das Treffen auch ein Ergebnis erzielen.

Gestartet wurde die Veranstaltung mit einer speziellen Vorstellungsrunde, in der alle Gruppen den Grund ihrer Unterstützung von GASA, die Problemsituation ihrer Clubs und ihre Hoffnungen skizzierten. Dabei kristallisierte sich heraus, dass einige Szenen mit dem Ruf ihrer Vereine zu kämpfen haben und dass natürlich die Konkurrenz des Pay-TV am, längst verschollenen, Amateur-Spieltag als Hauptproblem ausgemacht wird. Darüber hinaus war aber auch bald klar, dass viele Probleme mit der Vor-Ort-Situation zu tun haben und wohl am ehesten auch lokal zu lösen sind. Seien dies nun Schwierigkeiten mit dem Stadion, dem Vereinsvorstand oder der örtlichen Medienwahrnehmung.

Im Hauptblock der Veranstaltung wurden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip auf drei Arbeitsgruppen verteilt, die an den drei Stationen „Verbände“, „Medien“ und „Verein“ Lösungskonzepte und Stoßrichtungen der Initiative für 2014 erarbeiteten. Neben dem Umstand, dass die Zufallszuordnung dafür sorgte, dass man sich aus der eigenen Bezugsgruppe lösen musste und so auch mit anderen Fanszenlern zwangsläufig ins Gespräch kam, half die Neumischung auch dabei, den eignen Clubtellerrand hinter sich zu lassen und gemeinsame Ansätze zu entwickeln.

Folgende Ergebnisse und Aktionen plant GASA für 2014 (Ausgeklammert sind hier interne Prozesse. Diese wurden als Papier an die Kontakter gemailt):

WERBUNG für GASA
> Unterstützer-Szenen sollen jede Gelegenheit nutzen, GASA zu bewerben; über soziale Medien (#glotzeaus), Blogs und bunte, laute Aktionen
> Szenen müssen GASA außerhalb des Stadions bewerben
> Einsenden von Aktionen, Bildern und Texten für die Rubriken des GASA-Blogs, um diesen vielfältig zu halten

INVOLVIEREN der VEREINE
> Kontaktaufnahme zu Vereinen/Szenen, die noch nicht GASA unterstützen
> Stärkere Einbindung der Clubs in die Initiative
> GASA-Fanszenen sollen sich den Clubs als „Interessenvertreter“ anbieten

NON-LEAGUE-DAY [GRASWURZELTAG]
> Organisation und Bewerbung des ersten deutschen „Tags des Amateurfußballs“ in der profiligafreien Zeit während einer Länderspielwoche im Herbst 2014
> Vermeidung von Eventisierung der Veranstaltung (Echter Amateurfußball soll gezeigt werden und kein DFB-pokalartiger Hype)
> Gewinnung einer oder mehrerer zugstarker Medienpartner mit Amateuraffinität.

FANKONGRESS 2014
> Erstellung eines gemeingültigen Papiers, um den gemeinsamen Nenner GASA szenenübergreifend zu definieren
> Präsentation der Arbeit vor Ort und Anwerbung neuer Unterstützer
> Ankündigung des deutschen „Non-League-Days“ (Graswurzeltag)

Am Abend endete das Vernetzungstreffen mit einem vorzüglichen Essen. Nach und nach verabschiedeten sich die Gruppen. Viele werden sich wieder beim FANKONGRESS sehen. Dann wird das eine oder andere Gespräch fortgeführt und mit Szenen-Vertretern gesprochen, die nicht in Hamburg waren. Darüber hinaus entstanden gerade innerhalb der Hamburger Szenen Kontakte, die sicher der gemeinsamen Sache vor Ort gut tun.

Abschließend verbleibt uns noch der Dank an die Organisatoren und die angereisten Gruppen, sowie die Gewissheit, dass dieses Treffen sicher nicht das letzte seiner Art war.

> Hier geht es zur Zusammenfassung des Vernetzungstreffens durch das „Hammer Pack“ des Hamm United FC

[(protokoll) kevin (NordKaos) | (text) dm (Supporters Crew 05)]

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2 Antworten auf „[AKTIONEN] Vernetzungstreffen: Ein Resümee“


  1. 1 [AKTIONEN] Vernetzungstreffen: Ein Resümee « GLOTZE AUS, STADION AN! Pingback am 05. Januar 2014 um 10:03 Uhr
  2. 2 Frohes Neues! | NordKaos Hamburg Pingback am 10. Januar 2014 um 13:59 Uhr
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