Oberligafußball live? Kein Letzter macht die Kamera aus!

ZEITSPIEL – Magazin für Fußballgeschichte mit einem Kommentar von Frank Willig (SV Arminia Hannover) über die Entscheidung, die Rückrunde der Oberliga Niedersachen als Livestream durchzuführen. Auch wir finden diese vollständige Medialisierung der oberen Amateur-Spielklassen bedenklich und zumindest diskussionswürdig.

Der vollständige Artikel findet sich hier: KLARTEXT Oberligafußball live? Kein Letzter macht die Kamera aus!

„… Brief und Siegel, dass geschätzte zwei Drittel der Auswärtspiloten bei einer kostenfreien Live-Übertragung via Internet nicht mehr regelmäßig auf die Reise gehen würden. Geldmangel, zeitliche Gründe, ein dicker Saufkopp vom Samstagabend: Da überlegt der eine oder andere nicht zweimal, ob er sich den Trip von Hannover nach Spelle spart und lieber mit dem Handy auf dem Sofa lungert. Für Heimspiele gilt das analog.

Merken werden das zuvorderst und unmittelbar die eigenen Spieler – weil die Unterstützung leiser werden wird. Merken wird es aber auch beispielsweise der Speller Schatzmeister – bei dem 30 fehlende gegnerische Auswärtsfahrer den Ticketabsatz schon um mehr als zehn Prozent schrumpfen ließen. Beim TB Uphusen wären es gleich 20 Prozent.

Gar vereinsgefährdend würde es sich auswirken, wenn finanzielle Unterstützer ob der schwindenden Zuschauerzahlen und der sich damit zwangläufig verschlechternden Atmosphäre um das Spiel herum dem Verein den Rücken kehrten – weil sie nicht mehr fänden, was den Fußball während des Spiels und nach dem Abpfiff mit ausmacht. Auch sie würden sich über den Zwischenschritt „TV-Übertragung“ vom Verein abseilen.

Der auf dem Staffeltag von Peter Lauterbach angesprochene und dagegen gehaltene Mehrwert für die Klubs, dass Vereinsponsoren in einem größeren Radius zu sehen sein würden und damit höhere Sponsoringeinnahmen erzielen könnten, dürfte dies nicht annähernd auffangen. Was interessiert es beispielsweise Bäckermeister Krause aus Bersenbrück, ob seine Werbebande in einem Kaff bei Göttingen übers Tablet flimmert?

Und etwaige Zahlungen an die Vereine für deren Übertragungsrechte sind aktuell ohnehin kein Thema. Schließlich muss _wige Media schon tief genug für die israelische Technik in die Tasche greifen und unterstützt die Vereine damit quasi ehrenamtlich. „Kohle bekommt ihr für die Übertragungen zwar keine, aber ihr könnt euch und eure Sponsoren über die TV-Möglichkeit super selbst vermarkten!“ Was dazu wohl die Bayern oder der BVB sagen würden …“

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