Was

GLOTZE AUS, STADION AN!
Amateurfußball braucht Fans

Bis zum Stadion sind es nicht mehr als ein Kilometer. Je näher man den Flutlichtmasten kommt, desto mehr Menschen sind auf der Straße unterwegs. Musik weht von der hoch aufragenden Tribüne herüber. Der Duft von Grillgut lässt einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Mehrmals hatte man den Weg unterbrochen, um alte Freunde zu begrüßen, mit dem Nachbarn und dessen Kindern über das gestrige Grillfest zu reden und den Ultrás aus dem Viertel beim Transport der Choreo zuzusehen. Die Schlange an der Stadionkasse ist recht stattlich, und das obwohl es nicht mehr lange bis zum Anpfiff ist. Der Sprecher gibt bereits die Aufstellung der Mannschaften durch. Auf dem Weg zu den Stehplätzen ist gerade noch genug Zeit ein Bier am Stand mitzunehmen. In der Kurve sind sie dann alle wieder. Die Freunde, der Nachbar mit den Kids und einen Block weiter die Ultrás, die in diesem Moment eine gigantische Luftschlangenwolke über den Rängen in die Luft befördern. Aus tausenden Kehlen erklingt die Hymne. Der Anpfiff erklingt…

An jedem Spieltag der Amateurligen Deutschlands sind Szenen wie diese nur ein paar Straßenzüge entfernt. Ein paar Straßenzüge, die wie eine Weltreise wirken, an einem Sonntag, der ebenso mit einem perfekt inszenierten Medien-Fußballspiel vor dem heimischen Fernseher oder der Pay-TV-Bar um die Ecke verbracht werden kann. Und so versickert der vermeintliche Zauber des Stadionerlebnisses vor Ort in nostalgischen Erinnerungen an eine Zeit, in der Fußballfan zu sein bedeutet, dass man das lokale Stadion aufsuchte und den eignen Verein, den Club der Stadt, zu unterstützen. Gemeinsam mit all jenen Menschen, mit denen man die selbe Leidenschaft und das selbe Viertel teilt.

Pay-TV hat das Spiel verändert. Die Ambitionen sind größer geworden, die Beträge höher und die die Gier nach mehr hat den Fußballsamstag der Ersten Liga zu einem Profigeschäft mit drei Ligen, zersplittert über vier Tage, gemacht. Während die Stadien der großen Clubs gefüllt sind wie Open-Air-Festivals, sind die Ränge im Schatten der Stars und deren kontinuierlicher Vermarktung leer geworden. Nicht einmal jene, die den Weg zu den Event-Arenen nicht finden, machen sich auf den Weg ins heimische Stadion. Sie verbringen lieber den Nachmittag im Trikot eines weit entfernten Bundesligisten vor dem Fernseher.

Viele Fußballfreunde haben schon längst vergessen, dass die Seele des Spiels auf dem Rasen eines Stadions um die Ecke statt findet. Die Spielzüge sind keine schnell geschnittenen HD-Explosionen, die Spieler agieren nicht in Nahaufnahme und die Tore werden nicht aus allen Perspektiven in Zeitlupe wiederholt. Der echte Fußball ist ein Erlebnis im Jetzt. Er ist die, sich aufbauende, Spannung beim Eckstoß, das Entsetzen beim gegnerischen Strafstoß, das Luftanhalten bei einer Abseitsentscheidung und die gemeinsame Ekstase beim Torerfolg. Ganz unvermittelt, aus ganz persönlicher Perspektive. Dieses einzigartige Erlebnis gibt es nur im Stadion.

GLOTZE AUS, STADION AN! (GASA) hat sich ursprünglich aus einem lokalen Entwurf der Fanszene des 1. SC Göttingen 05 entwickelt und wurde schnell von anderen Supportergruppen angenommen. Die Initiative entfaltete sich aus dem gemeinsamen Erkennen einer Notlage, die inzwischen den niedrigligigen Fußball in seiner Gänze erfasst hat. Der chronische Zuschauermangel destabilisiert die Finanzen der Vereine und macht sie stärker von windigen Mäzenen abhängig, deren Bestrebungen nicht selten Luftschlössern gleichen. GASA erliegt jedoch nicht sozialromantischer Verklärung. Viele Probleme sind hausgemacht. Clubs verschulden sich, auf der Jagd nach dem Aufstieg und der Hoffnung auf ein Stück vom großen Kuchen „Fernsehgelder“. Ein Stolpern auf dem Weg kostet, wie so oft in den letzten Jahren geschehen, die Solvenz. Aber auch die Regionalverbände sind kaum in der Lage den Volkssport Fußball attraktiv zu halten und sich gegen die Dachstrukturen zu behaupten. Es scheint, als würde die allmächtige Bundesliga mit ihren europäischen Ambitionen den letzten Saft aus den unteren Ligen pressen. Traditionsvereine zerfallen und verschwinden von der Fußballlandkarte.

Mit dem Slogan GLOTZE AUS, STADION AN! bildet die Fan-Initiative den gemeinsamen Nenner für die beteiligten Gruppen. Er wird in Form eines wieder erkennbaren Logos genutzt, um Aktionen vor Ort durchzuführen. Sei dies nun eine Choreografie im Stadion, ein Stand in der Stadt oder eine Informationsbroschüre. Es geht darum, die Bürger der Stadt auf den Fußball im lokalen Stadion hinzuweisen und sie dazu aufzufordern einen Besuch zu „riskieren“. GASA ist eine Initiative, die von Fans getragen wird, weil wir glauben, dass die Vereine nicht selten selber versagt haben, als es darum ging den Club zu bewerben und Interessen gegenüber den Verbänden durchzusetzen. Dies alles passiert gänzlich dezentral, denn die Gründe für den Zuschauermangel sind von Ort zu Ort unterschiedlich und können nur von den dort aktiven Szenen wirklich erfasst werden. Dabei ist der Kreativität der Supporter keine Grenze gesetzt.

Die Webseite der Initiative (gasa.blogsport.de) dient parallel zu den lokalen Aktionen als Präsentationsplattform und stellt zudem in Interviews die beteiligten Gruppen vor. Über den Tweet (https://twitter.com/StadionAn) und die Facebook-Seite (https://www.facebook.com/glotzeaus.stadionan) werden die Inhalte des Blogs zusätzlich verbreitet. GASA nutzt die mediale Beschleunigung des Internet, um die Initiative zu verbreiten, neue Fangruppen zu gewinnen und eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Gleichzeitig arbeitet die Initiative auch mit klassischer Pressearbeit.

Abseits des lokalen Aktivismus hat die Initiative seit Kurzem eine zweite Komponente: Sie will die Kräfte der Amateurclub-Fanszenen bündeln und mit gemeinsamen Aktionen auf die generellen Probleme aufmerksam machen. Ziel soll es sein, die heterogene Struktur der beteiligten Fangruppen zu einer Interessengemeinschaft zu formen, um auch sportpolitisch eine Stimme zu besitzen. Hierzu kommunizieren die Vertreter der beteiligten Supportergruppen derzeit auf einer eigenen Plattform im Netz. Der Destabilisierung des deutschen Ligasystems und dessen Auswirkungen auf die Amateurclubs kann mittelfristig nur mit gezieltem Lobbyismus und breiter Öffentlichkeitsarbeit entgegengewirkt werden.

Am 10. und 11. Oktober 2014 veranstaltete GASA zum ersten Mal die deutsche und schweizerische Version des englischen NON-LEAGUE DAY; den Tag des Amateurfußballs – LOKALRUNDE. Diese jährlich, an einem profifußballfreien Wochenende im Herbst, stattfindende Veranstaltung, ist die konkrete Manifestation des gemeinsamen Wirkens der bei GASA aktiven Amateurfanszenen und besonderer Ausdruck unseres Einsatzes aus der Basis für den, unseren, Amateurfußball. LOKALRUNDE und der veranstaltungstypische MATCHFINDER sind [hier] zu finden. Darüber hinaus kann den Tagen des Amateurfußballs aus Facebook und Twitter gefolgt werden.

Abpfiff. Die Ränge sind so leer, dass man kaum bemerkt, dass Zuschauer das Stadion verlassen. Ungelesene Stadionhefte wehen über die Ränge. Beim Weg zurück, über den vereinsamten Parkplatz, erklingen Jubelrufe. Die Tür der Pay-TV-Bar gegenüber steht weit offen. Im prall gefüllten Schankraum drücken sich Fußballinteressierte vor einen Fernseher. Die Mannschaft einer weit entfernten Stadt hat ein Tor geschossen. Menschen feiern den Erfolg des Ligamarketings. Sonntagsspiel in Deutschland.

[dm]

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Hansjürgen Jablonski
Mozartstraße 9
73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: +49 (0)151-50 56 87 54
E-Mail: glotzeausstadionan@gmail.com

Quelle: http://www.e-recht24.de

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